Geothermie

Geothermie als Zukunftsoption für Bad Bevensen
Die Mehrheit der CDU, FDP/Grossmann Gruppe sowie Teile der BfB im Stadtrat haben beschlossen, das Geothermie-Projekt in Bad Bevensen zu stoppen. Meiner Meinung nach ist dieser Beschluss ein Fehler – ein Fehler, der langfristig die Chancen unserer Stadt auf eine nachhaltige und moderne Energiepolitik schmälert. Als Begründung wurden die hohen Investitionskosten und finanziellen Risiken angeführt. Natürlich müssen Investitionen sorgfältig geprüft werden, insbesondere wenn es um die Verwendung öffentlicher Mittel geht.
Warum setze ich mich für Geothermie ein? Ganz einfach: Erdwärme ist eine erneuerbare Energiequelle, die kontinuierlich genutzt werden kann und uns von fossilen Brennstoffen unabhängig macht. Sie verursacht nur geringe CO2-Emissionen und ist daher umweltfreundlich. Im Gegensatz zu Sonnen- und Windenergie ist Erdwärme wetterunabhängig und langfristig kostengünstig.
Geplant war, dass zunächst die Kliniken, die Therme, das Kurhaus, die KGS und das Rathaus mit Erdwärme versorgt werden und in einem weiteren Schritt private Haushalte anzuschließen.
Das finanzielle Risiko war, anders als von den Zweiflern des Projekts dargestellt, überschaubar. Das Land Niedersachsen hatte bereits zugesagt, 90 Prozent des finanziellen Risikos der Probebohrung zu übernehmen. Zudem hatten mehrere Investoren ihr Interesse bekundet, das Projekt zu unterstützen.
Dennoch wurde das Projekt mit einer knappen Mehrheit gestoppt. Diese Entscheidung sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Auch das Umweltministerium in Hannover äußerte mir gegenüber sein Unverständnis über den Beschluss.
Wenn wir eine lebenswerte Zukunft gestalten wollen, dürfen wir mutige und zukunftsweisende Entscheidungen nicht scheuen. Das gilt nicht nur für die Geothermie. Die Gründer unserer Kurstadt haben bereits einmal unglaublichen Mut bewiesen und die richtige Entscheidung getroffen. Ohne die Entdeckung und Förderung der Jod-Sole in den 60er Jahren wären wir heute kein Grundzentrum mit mittelzentralen Teilfunktionen und könnten die Versorgungsfunktion für die Gesamtstadt und die umliegenden Gemeinden nicht erfüllen. Auch in Zukunft werden wir immer wieder Entscheidungen treffen müssen, die uns vor Herausforderungen stellen und Weitsicht erfordern.
Als Ihr Samtgemeindebürgermeister werde ich mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass wir in Sachen Geothermie dennoch einen Weg finden. Die Weichen für eine nachhaltige Energiezukunft werden durch weitsichtige Entscheidungen von heute gestellt.